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Das Konzept

Gute Familienbeziehungen:
Wie fördern Sie Selbstvertrauen und gesunde Entwicklung?
 

Die familiären Wurzeln haben eine große Bedeutung für unser alltägliches, körperliches wie auch seelisches Wohlbefinden. Jeder von uns lebt mit inneren Bildern von sich selbst, seinen Mitmenschen und der Welt, die wesentlich in der Kindheit, also durch das Umfeld der Familie, geprägt werden.

Das Ziel der Arbeit mit dem Genogramm, einem erweiterten Stammbaum, und von Familienaufstellungen besteht darin, dieses innere Bild der Familie kennen zu lernen, um es als Quelle heilender Kraft zu nutzen. Dadurch wächst ein Gefühl für Zugehörigkeit. Den eigenen Platz im Leben bewusst einzunehmen, stärkt zugleich das Selbstvertrauen und fördert eine gesunde Entwicklung.

Was heißt „innere Bilder“?

Durch unsere Eltern kommen wir Menschen in unser Dasein hier auf Erden. Deswegen bleiben wir mit unserer Herkunftsfamilie zeitlebens verbunden. Die dort gespeicherten Lebenserfahrungen werden auch über die Generationsgrenzen hinweg weitergegeben. Wer diese Tatsache bewusst oder unbewusst außer Acht lässt, kann in blinder Liebe „verstrickt“ bleiben und läuft Gefahr, psychisch zu leiden und/oder körperlich krank zu werden.

Der Mensch erzeugt innere Bilder von sich selbst und seiner Umwelt, die stets mit Gefühlen verknüpft sind. Vor allem diese, oft unterdrückten Emotionen beeinflussen unser Leben auf Schritt und Tritt.

Häufig bilden sie den Ausgangspunkt von seelischen und körperlichen Nöten. Bleiben diese ungelöst, treten sie oft rasch gegenseitig in Wechselwirkung: Körperliche Krankheiten können seelische Folgen hervorrufen. Seelische Themen erscheinen manchmal auf der körperlichen Ebene als psychosomatische Störungen.

Daher gilt es, die inneren Bilder in einen“ goldenen Schlüssel“ für Wohlergehen und Erfolg umzuwandeln.

Auch wenn uns die Familiengeschichte „in die Wiege gelegt“ wird, so haben wir als Erwachsene zugleich im Rahmen unserer vom Schicksal mitbestimmten Möglichkeiten dennoch die Freiheit des Willens, eine Wahl zu treffen, wie wir mit uns selbst und unseren Beziehungen umgehen. Deshalb dürfen wir die inneren Bilder mit Verstand und Gefühl bewusst gestalten, in der Zeit rückwärts wandern und Abschied nehmen, in der Gegenwart innehalten und planend vorwärts schreiten.

Wie kann „Krankheit“ entstehen?

Bei der Bewältigung unserer Lebensaufgaben orientieren wir uns zunächst an Vorbildern aus der Familiengeschichte und eigenen Lebenserfahrungen.

Die Erkenntnisse der Familienbiographik haben ans Licht gebracht, dass gerade als unvollendet empfundenes Leben dazu herausfordert, im Ganzen ein Gleichgewicht wieder herzustellen.

Aufgrund leiblicher Bindung „zwingt“ es später geborene Menschen oft unbewusst dazu, im inneren Bild der Familie entstandene Lücken durch Stellvertretung wieder zu schließen.

Praktisch bedeutet dies:  Jemand übernimmt die Lebensaufgabe einer anderen, früheren Person, um dazu beizutragen, deren „unterbrochenes“ Lebenswerk abzuschließen. Das geschieht aber unter ganz anderen Rahmenbedingungen und im Nachhinein, also immer zu spät.

Deshalb droht diese Person zu scheitern – und dieses Scheitern kann zu leidvoller Krankheit führen. Krankheit ermöglicht dem leidenden Menschen, vorübergehend unerlaubte, „abgewehrte“ Gefühle auszudrücken und oft auch kindliche Bedürfnisse zu stillen. Früher ungelöste Themen werden dabei in abgewandelter Form, vielleicht in einem anderen Lebensbereich, gegenwärtig. Auf diese Weise werden ebenso vormals vergessene oder verleugnete Menschen und Bindungen gewürdigt. Zugleich entstehen dadurch wieder neue Lücken. Der Betroffene ist teilweise als Stellvertreter in Dienst genommen und kann dadurch seinen eigenen Platz im Leben nur teilweise ausfüllen.

Die Familienbiographik trägt dazu bei, diese Zusammenhänge vertieft zu verstehen.

Sie geht auf Viktor von Weizsäcker zurück und wurde von Rainer und Monika Adamaszek entdeckt und wissenschaftlich ausgearbeitet.

Mit ihrer Hilfe lassen sich leicht nachvollziehbare Antworten auf folgende Fragen finden:
Warum leidet gerade dieser Mensch (an dieser Stelle in der Geschwisterreihe)?
Warum leidet ein Mensch gerade jetzt (in diesem Alter)?
Warum leidet ein Mensch gerade so (auf diese Weise)?

So mag beispielsweise eine zweite, 20jährige Tochter, deren Mutter mit 20 Jahren ein Kind verloren hatte, in diesem Alter ein dringendes Bedürfnis verspüren, schwanger zu werden, obwohl es zu ihrer persönlichen Lebensplanung noch gar nicht passt.

Wozu dient das Genogramm?

Das Genogramm ist ein leicht handhabbares, rational gut nachvollziehbares Werkzeug, um das innere Bild der Familie in graphischer Form nach Art eines Stammbaumes konstruktiv vor Augen zu führen.

Wir können es nutzen, um uns für eine Weile bleibend zugehörig zu fühlen und die Bedeutung leiblicher Bindungen zu erkennen. Das Genogramm spiegelt die in Familien wirksame Ordnung der Zeit wieder, dass die Früheren vor den Späteren kommen. Dadurch findet jedes Familienmitglied seinen ureigensten Platz.

Auch besondere Lebensereignisse können durch Eintragungen sichtbar gemacht werden.

In einem solchen ganzheitlichen Bild sämtlicher lebender und verstorbener Mitglieder dürfen alle dazugehören. Auf diese Weise  lassen sich Zusammenhänge besser verstehen. Vom jeweils eigenen Platz aus gelingt es, genau wahrzunehmen, klar zu denken, liebevoll zu fühlen, frei zu wählen, gewaltfrei zu kommunizieren und kraftvoll zu handeln. Daraus erwachsen beste Chancen für eine gesunde Lebensentwicklung (Salutogenese).

Was bewirkt eine Familien- und Systemaufstellung?

Familien- und Systemaufstellungen geschehen ergänzend mehr emotional, intuitiv, die auftauchenden Erscheinungen betrachtend, d.h. phänomenologisch. Hierbei wird, meist in einer Gruppe, aber auch in Einzelarbeit mit Bodenankern wie z.B. Holzfiguren, das innere Bild der Familie oder eines Systems mit Hilfe von Stellvertretern im Raum aufgestellt, angeschaut und ggf. verändert. Dieser Prozess liefert oft überraschende Klarheit, tiefes Verständnis und gute Lösungen für bislang unbegreifliche, seelische und körperliche Themen und Leiden.

Die Familien- und Systemaufstellung und die Arbeit mit dem Genogramm ergänzen einander sinnvoll, können aber auch jeweils für sich sehr hilfreiche Ergebnisse hervorbringen. Gefühlt und verinnerlicht werden sie zu einer Quelle heilender Kraft und tragen zur Stärkung des Selbstwertgefühls und zu Gesundheit fördernder, persönlicher Entwicklung bei.